Dienstag, 23. Juni 2009

Analoge Augenblicke

Kim Yong-il, der Staatschef von Nordkorea bekommt so viele Geschenke, dass diese insgesamt 222.522 Exponate ganze 180 Räume einer in einen Berg gehauenen Schatzkammer füllen. Das weiß ich, weil ich zu Weihnachten eine Sendung auf Deutschlandradio darüber gehört habe.

Auch ich werde seit der Veröffentlichung meines neuen Albums Steiner, wie er singt und lacht mit kleinen und großen Geschenken und rührender Fanpost überhäuft. Zwar kann ich quantitativ nicht mit dem KDVR-Oberhaupt mithalten, doch in Sachen Qualität und Schöpfergeist sind meine Fans den Geschenkemachern Kim Yong-ils weit voraus und haushoch überlegen und dafür möche ich ihnen an dieser Stelle herzlich danken.



Besonders beeindruckt hat mich ein Geschenk der lieben H. aus B. an der S. In mühseliger Handarbeit hat sie mir ein Daumenkino gebastelt, auf dem man mich live auf der Bühne performen sieht. Das hat micht schwer beeindruckt. Während die Generation der Kassettenliebhaber der Generation der YouTube Videokonsumenten Platz machen musste oder sich ihr sogar angeschlossen hat, besinnt sich H. auf die Ursprünge des Kinos, als man sich noch mit ein paar Blättern Papier und Köpfchen den Stroboskop-Effekt zu Nutze machte. Mit ihrem selber gemachten Kineoskop hält sie bedeutende Augenblicke meines Bühnenlebens fest, vielleicht nicht für die Ewigkeit, zumindest aber für eine lange, lange Zeit und natürlich für mich, denn dieses Geschenk werde ich in Ehren halten und (wenn schon nicht in einer Schatzkammer) ganz sicher wie meinen Augapfel hüten.

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