Sonntag, 20. Dezember 2009

Zwanzigstes Türchen

Von einem weihnachtlichen Radiospaziergang durch Berlins klirrend kalte Mitte berichtet GTDK-Weihnachts-Chronist Jenz Steiner am 20. Dezember und wünscht allen Kassettenliebhaberinnen und Liebhabern damit einen schönen vierten Advent im Warmen.















Bewaffnet mit einem Minidisc-Recorder und einen Mikrofon starteten Marcello und ich am Vormittag des 24. Dezember 2000 unseren kleinen Weihnachtsspaziergang durch Berlin Mitte. Er wohnte damals noch in einem Plattenbau in der Münzstraße, genau zwischen Alexanderplatz und Rosa-Luxemburg-Platz. Während andere Leute Weihnachtsbäume schmückten, Kartoffeln schälten oder arme Karpfen schlachteten, sammelten wir O-Töne. Unsere erste Station war die Schlittschuhbahn am Alex. Dort dokumentierten wir unsere Schadenfreude über kleine und große Kinder, die sich zu „Last Christmas“ auf die Fresse packten und beinahe von den anderen Schuhschlitterern die Finger abfahren ließen.















Am Hackeschen Markt erzürnte sich Marcello über die Gäste eines Cafés namens Tschibo Matto und ihre Latte-Macchiato-Trinkgewohnheiten. Das Wort Latte Macchiato hatte ich bis dahin noch nie gehört, aber gut. Ich konnte halt auch von Marcello noch was lernen.

Im ewig langen Durchgang, der S- und U-Bahnhof Friedrichstraße verbindet, trafen wir auf einen russischen Straßenmusiker. Wir stellten uns neben sein Keyboard und rappten zu seinen Melodien. Aus der zufälligen Begegnung wurde eine coole Session und irgendwie kam es mir vor, als würden seine russischen Plastikakkorde plötzlich viel mehr Funk haben. Das war cool.














Es war saukalt. Vielleicht nicht ganz so kalt wie gestern. Zurück zur Münzstraße fuhren wir mit der Straßenbahn. Die Aufnahmen dieser weihnachtlichen Bahnfahrt durch die Oranienburger Straße kann man auf dem ersten Funkviertel-Sampler nachhören.

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