Samstag, 28. Mai 2011

Wer war realer?



1990 mag welthistorisch ein wichtiges Jahr, doch popmusikalisch eine Katastrophe. Wer kennt eigentlich noch Chill Rob G? Niemand. Wer kennt noch Snap? Oh je. Und Mantronix, der Name ist mittlerweile sicherlich so sehr mit Staub behaftet, dass es illusionistisch wäre, zu vermuten, dass der jemanden unter 25 noch was sagt.




"I've got the power", das ist ein Sinnbild dieser wilden Zeit, in der in der halebn Welt die Macht auf der Straße lag und von den Spießern, BWLern und karrieristischen Muttersöhnchen aufgelesen wurde. Die, die den Zerfall der alten Regime eingeleitet hatten, wurden mit einem Schulterklopfen entlohnt. Sie hatten ihre Pflicht getan und konnten gehen.



"The Power" erzählt Weltgeschichte, erzählt genau diese Geschichte: Da kommt das deutsche Produzenten-Duo Power Jam daher, schmeißt Mantronix "King of the Beats", Jocelyn Browns "Love's Gonna Get You" und Chill Rob G's Textpassagen von "Let the words flow" in einen Topf, rührt um,






Statt Chill Rob G rappte Turbo B. Den Gesang lieferte Penny Ford.
Während in den zerbrochenen RGW-Staaten Gesetzesentwürfe zusammengeschustert wurden, die für den Umschwüngen der Vormonate schnell einen rechtlichen Rahmen geben sollten, klärten die deutschen Power-Jamler schnell die Samples, ohne, dass die einzelnen Künstler wirklich etwas davon hatten, brachten "The Power" unter dem Projektnamen Snap auf den Markt und landeten damit einen Welt-Hit. Turbulente Zeiten, die Snap und Turbo B zu Stars machten und alle anderen Beteiligten weit in den Hintergrund rückten.

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