Samstag, 4. Oktober 2008

Die Welt braucht keinen Notorious-BIG-Film

Ich bin schon gespannt auf den Notorious-Film, der am 16. Januar in den USA anläuft. Vielleicht bin ich auch etwas verspannt. Notorious BIG aka Christopher Wallace aus Brooklyn ist mittlerweile seit elf Jahren tot. Seine Musik begleitet mein Leben dennoch permanent.
Der Regisseur des Filmes, George Tillman Jr. (Soulfood, Barbershop, Men of Honor) stammt aus der Generation, die durch dessen Musik sozialisiert wurde. In die Rolle von Notorious B.I.G. schlüpft Jamal "Gravy" Woolard. Seine Erfahrungen im Drogenhandel verliehen ihm, glaubt man der Ami-Presse, die nötige street credibility. Naja, davon kann man halten was man will.
Das Produzententeam hat sich in erster Linie für Drehorte an Originalschauplätzen entschieden. Das unterstreicht der folgende Clip aus dem Videotagebuch zum Film.


Aus dem offiziellen Vlog zum Film Notorious

Obwohl die weltweiten Zuschauerzahlen des Films ganz sicher im dollargrünen Bereich liegen werden, glaube ich nicht, dass "Notorious" langfristig Kultstatus erreichen wird. Mir graut es besonders vor der deutschen Synchronisation.
Außerdem quält mich jetzt schon mein gespaltenes Verhältnis zu diesem Film. Eine Notorious-BIG-Spielfilm-Bio braucht keine Sau, verdient hat er sie aber schon. Biopic nennt man dieses Genre jetzt. Der Streifen wird dennoch eine Lücke füllen und ganz sicher viele Leute anzecken gut rappen zu wollen. Das war nach 8 Mile mit Eminem auch so.
 


Selbst wenn "Notorious" nächstes Jahr gefeiert werden wird, landet er in einem Jahrzehnt in der gleichen Ramsch-Ecke wie der Klamauk-Streifen Krush Groove mit Run D.M.C. und den Fat Boys aus Achtzigern. Da bin ich mir sicher. Hier ein mahnender Erinnerungsschnippsel - die Fat Boys mit "All you can eat". Damals lebten sie noch alle und konnten sich selbst spielen. Nicht von mir ärgern lassen!


Inszenierter Namenswechsel für die Def-Jam-Homage Krush Groove von The Disco Three in The Fat Boys (1985)

Kommentare:

A Kid Called Drum hat gesagt…

steiner haste jetzt was gegen fettis? ;)

biggi war dope und mich interessiert dieser film, ich erwarte aber nix.

Jenz Steiner hat gesagt…

Biggie hat Vorbildcharakter für mich. Definitiv! Ich finde auch okay, dass man ihm ein Jahrzehnt nach seinem Ableben einen Film widmet. ich befürchte nur, dass man den Streifen in nochmal zehn Jahren als genauso 'nen Klamaukfilm wahrnimmt wie Krush Groove. Das wäre sehr schade. Ich denke nämlich nicht, dass der Film an sowas wie die Jonny Cash Bio von 2006 rankommt.

Zeal hat gesagt…

ach, sehen wir das mal realistisch: den biggie film werden eta halb so viele menschen sehen, wie 8 mile. warum. biggie is lange tot, als eminem seine bio brachte, war er am höhepunkt seiner karriere angekommen + der film war sehr ordentlich gespielt.

was furchtbare bio-inszenierungen angeht, muss man nicht mal mehr zu den fat boys zurück gehen, der 50-film war schon chaos genug. wer verfilmt den die biggie storry? wenn's wieder mtv-films sind, ahne ich böses

Jenz Steiner hat gesagt…

FOX filmt

shoRdy hat gesagt…

Weiß denn schon jemand wer die deutsche Syncronstimme sprechen wird? Ein deutscher Trailer lässt ja auch noch auf sich warten, aber ich bin dennoch der Meinung, dass es ein sehr interessanter Film wird. Ich habe beim englischen Trailer Freudentränen geweint und ich hoffe, dass sich Puffy, Lil Kim und die anderen abgestürzten Stinker dafür eingesetzt haben, dass dieser Film so authentisch wie möglich umgesetzt wurde.

Und in 10 Jahren hin oder her - es kommt ja nicht darauf an, dass die gesamte Menschheit den Film auf ewig feiert, sondern dass die Menschen, denen etwas daran liegt ein bisschen tiefer in Biggies "Life after Death" eingesogen zu werden auch auf Ihre emotionalen Kosten kommen.

Für mich sind Biggies Tracks immer noch das up to dateste was es an drückendem punchline ammi rap gibt - und ich glaube wenn ich den Film gesehen hab und am nächsten Tag im Auto "The Wickedest" laut aufdrehe werde ich 6mal lauter schreien als je zu vor.

Das ist meine primiäre Erwartung an diesen Film - Sie soll darauf aufmerksam machen, dass Biggies Mucke zeitgemäß weiterleben kann und wird.

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